Über Freimaurerei

Freimaurerei ist…?

Fragen Sie zwei Brüder, was Freimaurerei ist, erhalten Sie drei Antworten. Das ist eine Konsequenz der über 300jährigen Geschichte unseres Bundes und der Tatsache, dass jeder Bruder andere Aspekte des Logenlebens für sich besonders wichtig findet.

Untenstehend finden Sie einen abgeänderten Informationstext unserer Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD). Mehr erfahren und erleben Sie im persönlichen Austausch bei uns vor Ort. Wenden Sie sich dazu einfach an unseren Gästesekretär.

Vorbemerkung: Freimaurer gibt es auf der ganzen Welt. Die Bezeichnungen „Freimaurer“ und „Freimaurerloge“ sind nicht geschützt. Als „regulär und anerkannt“ werden nur jene Logen bezeichnet, die von der United Grandlodge of England (UGLE) anerkannt und, in der Bundesrepublik, in den Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) organisiert sind.

Ein Freundschaftsbund

Wir Brüder stehen füreinander ein – ein Leben lang. Über alle weltanschaulichen, politischen, nationalen und sozialen Grenzen hinweg wollen Freimaurerlogen Menschen miteinander verbinden, die sich nach Herkunft und Interessenlage sonst nicht begegnen würden. Wir folgen damit unserer Tradition, Trennendes zu überwinden, Gegensätze abzubauen, Verständi­gung, Verständnis und Freundschaft zu fördern.

Heute tragen wir auch dazu bei, der Gefahr einer Isolierung der einzelnen Menschen in der modernen Arbeits- und Freizeitwelt entgegenzuwirken. Und wir wollen zur Verbesserung unseres Umfelds einen Beitrag leisten: Durch Offenheit für den Mitmenschen und seine Probleme will der Freimaurerbund nicht nur der Lebensgestaltung seiner Mitglieder dienen, sondern auch ein Modell für Partnerschaft in der Gesellschaft außer­halb der Logen bieten.

Dass Freimaurerei bis heute in der Regel ein Männerbund ist – wenn es auch immer mehr Logen freimaurerisch arbeitender Frauen gibt (z.B. die Loge Aurora in Höfles) –, ist auf die männerbün­dische Tradition der Freimaurerei zurückzuführen. Sie soll den Zusammenhalt der Loge fe­stigen und hat keinerlei diskriminierenden Charakter gegenüber Frauen.

Wir verstehen uns bewusst als „offener“ Männerbund, der Partner/in, Familie und Freunde in das Gemeinschaftsleben der Logen einbezieht.

Ein ethisch orientierter Bund

Freimaurerei ist dogmenfrei. Brüder unterschiedlichster weltanschaulicher und religiöser Hintergründe gehören unserem Bund an.

Wir Freimaurer verpflichten uns einem Weg lebenslanger geistig-ethischer Weiterentwicklung zum Besten unserer Familie und Gesellschaft. Wer sich materielle Vorteile erhofft, ist bei uns falsch.

Der Tradition der europäischen Aufklärung folgend, bekennen wir uns zu moralischen Werten und Überzeugungen im Rahmen von Menschlichkeit, Brüderlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit, Friedensliebe und Toleranz.

Im freimaurerischen Sinn bedeutet Humanität die Lehre von der Würde des Menschen. Eine Würde, die durch Zufälligkeiten der Geburt, der sozialen Stellung oder der Religion nicht berührt wird. Diese zufälligen Chancen-Ungleichheiten verpflichten uns Freimaurer vielmehr zur Menschenliebe durch Teilnahme am Schicksal des Menschen.

In kritischer Selbstaufklärung sollen Verhaltensweisen und Umgangsstile eingeübt werden, die ein Umset­zen ethischer Überzeugungen im Leben des einzelnen Freimaurers bewirken.

Eine Initiationsgemeinschaft

Die Logen wollen Raum für Nachdenklichkeit, Ruhe und Gelegenheit zum Sammeln neuer Kräfte bieten. Der Freimaurerbund geht von der elementaren Erfahrung aus, dass geistige Vorgänge für ihre dauernde Wirksamkeit eines sinnlichen Ausdrucks bedürfen.

Zur Festigung der zwischenmenschlichen Beziehungen, zur emotionalen Vertiefung ethischer Überzeugungen und als Anleitung zur Selbsterkenntnis be­dienen sich die Logen alter, aus der Tradition der europäischen Dombau­hütten stammender Symbole und symbolhafter Handlungen (Rituale).

In deren Mittelpunkt steht die feierliche Aufnahme (Initiation) des neuen Mitglieds in die brüderliche Gemeinschaft.

Unsere rituellen Arbeiten („Tempelarbeiten“) dienen:

1. der Einfügung neuer Mitglieder in die Gemeinschaft der Weltbruderkette,
2. der Vertiefung menschlicher Bindungen innerhalb der Bruderschaft,
3. der Besinnung auf die moralischen Normen der Freimaurerei,
4. der Sammlung und Erbauung des einzelnen Bruders.

Alle freimaurerischen Aktivitäten entfalten sich um die Tempelarbeit als Kern freimaurerischen Brauchtums. Die Tempelarbeit spricht die emotionale und rationale Seite des Menschen in gleicher Weise an. Handlungen, Worte und nicht zuletzt Musik bilden eine ausgewogene Einheit des Erlebens.

Die freimaurerischen Symbole werden individuell und gemeinschaftlich immer wieder neu auf die erlebte Gegenwart hin interpretiert, aber nie verbindlich auf eine allgemeingültige Interpretation festgelegt. So wird etwa das „Buch des Heiligen Gesetzes“ in aller Regel durch eine Bibel dargestellt. Diese muss jedoch weder als Ausdruck göttlicher Offenbarung im Sinne einer speziellen Religion, noch als Aufzeichnung menschlicher Geschichte angesehen werden, sondern kann allein als Symbol für die Gesamtheit sittlicher Normen und Werte oder aber der Naturgesetze aufgefasst werden.

Die Auslegung und Anwendung bleibt dabei allein dem Urteil des einzelnen Bruders überlassen.

Tempelarbeiten finden in unsere Loge einmal monatlich statt und folgen – mit kurzer Unterbrechung – seit 1803 der Schröderschen Lehrart. Dies als einzige Loge in Bayern und eine von 33 Logen in Deutschland.

Was Freimaurerei nicht ist

  • Freimaurerei ist weder Partei noch Interessenverband
  • Freimaurerei ist weder Nebenkirche noch Ersatzreligion
  • Freimaurerei ist kein Geheimbund und keine Verschwörung

Symbole der Freimaurer - Der raue Stein